Informationsveranstaltung stieß auf reges Interesse

Mit der Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe ist am 1. Januar 2005 der letzte Eckpfeiler der Arbeitsmarktreform in Kraft getreten. Zusammen mit den anderen Instrumenten (Ich-AG, Mini-Jobs, Personal-Service-Agenturen, Neustrukturierung der Bundesagentur für Arbeit) soll die Vermittlung in Arbeit verbessert und damit mehr Beschäftigung in Deutschland schaffen. Dennoch wirft die Arbeitsmarktreform bei einigen Menschen Fragen auf. Der SPD-Arbeitskreis Jugend, Familie und Soziales veranstaltete daher unter Leitung von Christian Zahn gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Ulrike Merten einen Informationsabend zum Thema "Hartz IV – eine erste Bilanz".

Ulrike Merten erklärte die einzelnen Reformschritte. Bei der anschließenden Diskussion wurde im Wesentlichen über die Umsetzung vor Ort gesprochen. Ulrike Merten und der Kreistagsabgeordnete und Landtagskandidat Werner Albrecht setzen sich für die Ansiedlung von zwei JobCentern im linksrheinischen Kreisgebiet ein.
Zurzeit laufen die Verhandlungen zwischen der Agentur für Arbeit in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis über die zukünftigen Standorte der JOBCenter. "Die Errichtung von vier JOBCentern halte ich aufgrund der Wirtschaftlichkeit für unwahrscheinlich", so die Rhein-Sieg-Abgeordnete Ulrike Merten (SPD), die darauf verweist, dass zum einen der Mitarbeiterpool der Agentur für Arbeit über eine bestimmte Größe verfügen muss und zum anderen die Agentur für Arbeit gehalten ist, anfallende Kosten für Miete und Unterhaltung gering zu halten. Insofern wäre die Errichtung von ein bis zwei JOBCentern im linksrheinischen Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises ein Erfolg. Bisher wurden linksrheinische Arbeitslosenhilfebezieher ebenfalls von der Agentur für Arbeit in Bonn betreut.

"Aufgrund des verspäteten Beitritts des Rhein-Sieg-Kreises zur Arbeitsgemeinschaft (ARGE) mit der Agentur für Arbeit in Bonn ist die Standortfrage der JOBCenter noch ungeklärt", bedauerte Ulrike Merten mit dem Hinweis auf die bereits geklärte Standortfrage in Bonn, wo sich die SPD-Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann frühzeitig um die Umsetzung der Reform gekümmert habe.

Die neuen JOBCenter bieten Arbeitslosengeld II Beziehern ein umfassendes Fallmanagement und passgenaue Leistungen. Durch eine individuelle Eingliederungsvereinbarung erhält jede arbeitssuchende Person eine systematische Hilfestellung beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt.

"Gerade unter 25-jährige AG II Bezieher haben nun bessere Chancen, weil schon heute auf jeden Ansprechpartner bei der Agentur für Arbeit nur 75 zu betreuende junge Arbeitslose kommen", so MdB Merten.