NRW-Finanzminister Dieckmann besuchte Rheinbach

v.l.n.r. Gert-Uwe Geerdts, Jochen Dieckmann, Werner Albrecht

Wie entwickeln sich junge Firmen, die im Gründungs- und Technologiezentrum (GTZ) des Wirtschaftsstandorts Rheinbach eine Startchance in die wirtschaftliche Unabhängigkeit erhalten? Dieser Frage wollte der NRW-Finanzminister Jochen Dieckmann zusammen mit dem SPD-Landtagskandidaten Werner Albrecht auf Einladung des Rheinbacher SPD-Ortsvereins nachgehen. Sie wurde ihm exemplarisch an der Firma Werkstofftechnik Rheinbach GmbH beantwortet, denn diese war die erste Firma, die sich im GTZ niederließ und auch als erstes Unternehmen nach wenigen Jahren ein eigenes Gebäude in unmittelbarer Nähe der Hochschule bezog. Beeindruckt zeigte sich Minister Dieckmann von diesem Unternehmen, dessen Arbeitsschwerpunkte Prüfung und Analyse sowie Entwicklung technischer Werkstoffe und umfassende Beratung sind, wie Dr. Wolfgang Kollenberg erläuterte. “Unser Kompetenzspektrum deckt dabei die gesamte Bandbreite von Glas und Keramik über Metalle bis zu Kunstoffen ab“, so Kollenberg.

Das mit Ausgleichmitteln als Folge des Bonn-Berlin-Beschlusses finanzierte GTZ stellt Existenzgründern eine ausgezeichnete Infrastruktur mit über 6.000 qm optimal ausgestattete und variabel gestaltbare Büro-, Werkstatt- und Werkhallenfläche zur Verfügung, wie Geschäftsführer Jörg Stegemann erläuterte. Der Minister unterstrich, wie wichtig für den Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen der Mittelstand mit seinem Potential zur Schaffung und zum Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen ist. Jochen Dieckmann: „Existenzgründer sind Impulsgeber für unsere Wirtschaft. Sie spielen die zentrale Rolle für mehr Beschäftigung in unserem Land“ Mit Blick auf den Strukturwandel, der mit großem Erfolg in Nordrhein-Westfalen in den letzten Jahren vorangetrieben wurde, wies Dieckmann darauf hin, dass auch in Rheinbach mit seinen großen Gewerbeflächen ein Potential vorhanden sei, das ausgeschöpft werden müsse.

Konzeptionslosigkeit der CDU

In der anschließenden Diskussion im GTZ mit interessierten Rheinbacher Bürgern machte der Minister deutlich, wie wichtig Bildung als ein Rohstoff sei. Dem entspräche die NRW-Regierung mit vielfältigen Maßnahmen zur Förderung von Kindern. So sei NRW mit über 700 Offenen Ganztagsgrundschulen Deutscher Meister bei diesem Angebot. Die Rot-Grüne Regierung wolle bis 2010 das Angebot von den unter Dreijährigen bis zur 7. Klasse ausbauen. „Wir sind uns der familienpolitischen Bedeutung dieser Maßnahmen im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bewusst“, betonte Jochen Dieckmann. Kritisch beleuchtete er die wenigen Gegenvorschläge der CDU-Opposition im Landtag. Wenn Herr Rüttgers Stellen im öffentlichen Dienst streichen wolle, so sei ihm offensichtlich nicht bewusst, dass 90 Prozent von ihnen als Dienstleister im Bereich der Polizei, der Justiz, als Lehrer, in den Hochschulen und als Finanzbeamte tätig seien. „Will denn Herr Rüttgers weniger Polizisten oder weniger Lehrer?“, müsse sich dieser fragen lassen. So habe Rüttgers z.B. gefordert, 10.000 Stellen zu streichen, obwohl nur etwa 4300 Stellen tatsächlich vorhanden seien. Auch die als „Bierdeckelreform“ bekannt gewordenen Steuervorschläge von Herrn Merz, die die NRW-CDU und Herr Rüttgers übernehmen wollen, bedeuteten 3,7 Mrd. Euro weniger an Einnahmen. Gleichzeitig verspreche dieser aber 120 Mio. Euro jedes Jahr für ein Ganztagsschulensystem einsetzen zu wollen. Dies sei wenig glaubwürdig. Auch seien die Forderungen der CDU, etwa nach zentralen Abschlussprüfungen oder die Überprüfung der Sprachfähigkeit am Ende des 4. Schuljahres längst von Ministerpräsident Peer Steinbrück eingeleitet worden. „Hier schreibt die CDU bei der SPD ab“, kritisierte Dieckmann. Abschließend ermunterte Jochen Dieckmann die Rheinbacher Sozialdemokraten, einen engagierten Wahlkampf zu führen, denn zurzeit wüssten nur etwa 50% der Bevölkerung, dass am 22. Mai in NRW ein neuer Landtag gewählt wird.