Globalisierung und Heimat

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“, unter Hinweis auf diese These des österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein verdeutlichte der frühere Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke am Montag Abend im Rheinbacher Glaspavillon vor rund 40 Zuhörerrinnen und Zuhörern den Zusammenhang zwischen Globalisierung und Heimat.

„Gerade mit der zunehmenden Globalisierung, d.h. dem zunehmenden weltweiten Austausch von Waren, Kapital und Dienstleistungen, sei die Heimat, also die Region, in der die Menschen lebten, ihren Dialekt sprechen und sich wohl fühlten, identitätsstiftend und garantiere Bodenständigkeit“, so Karl-Heinz Funke, der auf Einladung der Rheinbacher SPD und des Landtagskandidaten Werner Albrecht nach Rheinbach gekommen war.

Karl-Heinz Funke, langjähriger niedersächsischer Landwirtschaftsminister und von 1998 bis 2001 der erste sozialdemokratische Bundesernährungsminister der Bonner bzw. Berliner Republik – sieht man von dem 14tägigen Intermezzo von Björn Engholm im September 1982 ab –, verkörpert wie wenige andere Politiker Bodenständigkeit. Zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern bewohnt er noch immer den Bauern- und Ponyhof seiner Vorfahren in Dangast am Jadebusen.

Seinem informativen und anschaulichen Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an, in der Karl-Heinz Funke die Sozialdemokraten aufforderte, Diskussionen über „Heimat“ nicht den konservativen politischen Kräften zu überlassen.

Karl-Heinz Funke, bekanntermaßen ein ausgewiesener Connaisseur edler Spirituosen und zurzeit erster deutscher Spirituosen-Botschafter, freute sich über eine Flasche Conference-Birnenbrand aus der Altendorfer Edelobstbrennerei, den Landtagskandidat Werner Albrecht ihm als ein Stück konzentrierte Voreifel-Heimat zum Dank für sein Kommen schenkte.