Gleichbehandlung aller religiöser Bekenntnisse im Kindergarten Oberdrees

Fraktionsvorsitzende Martina Koch
Fraktionsvorsitzende Martina Koch

„Wenn die Stadt den Kindergarten in Oberdrees zu hundert Prozent finanziert, dann muss auch hundertprozentig sicher sein, dass bei der Aufnahme kein Kind wegen seiner Religionszugehörigkeit bevorzugt oder benachteiligt wird.“ Mit diesen Worten begründete Folke große Deters, Vorsitzender der SPD Rheinbach, warum seine Fraktion dem Vertrag über die Trägerschaft des Kindergartens St. Ägidius in Oberdrees nicht zustimmen konnte.

Ein neuer Vertrag war nötig geworden, weil sich die katholische Kirche nicht mehr in der Lage sah, den Anteil des Trägers an der Finanzierung der Einrichtung aufzubringen. „Es ist ein erhebliches Entgegenkommen der Stadt Rheinbach, dass wir der Kirche die Trägerschaft anbieten, ohne dass diese sich an den Kosten beteiligt. Wir hätten dem auch zustimmen können, weil wir ausdrücklich die große Bedeutung der kirchlichen Arbeit im sozialen Bereich würdigen und anerkennen wollen. Allerdings sind einige Mindeststandards für uns nicht verhandelbar. Dazu gehört, dass bei der Aufnahme keine Ungleichbehandlung aufgrund der Religionszugehörigkeit stattfindet“, erklärte die SPD-Fraktionsvorsitzende Martina Koch. Genau das sehen die aktuellen Aufnahmekriterien der Einrichtung nämlich vor.

Verwundert zeigten sich Koch und große Deters über das Verhalten der anderen Fraktionen. Im Februar, als der Vertrag zum ersten Mal im Ausschuss beraten wurde, war man sich nämlich parteiübergreifend einig gewesen, dass der Stadt Rheinbach ein Mitspracherecht bei der Führung der Tageseinrichtung eingeräumt werden müsse. Die Nachverhandlungen hätten diesbezüglich jedoch gerade keine Verbesserung gebracht. „Selbst bei einer so essentiellen Frage wie der Aufnahme sind wir auf den guten Willen der Kirchengemeinde angewiesen. Auch wenn es diesbezüglich derzeit keine Probleme gibt, sind wir als Stadt aber gehalten, uns für die Zukunft abzusichern,“ so Folke große Deters abschließend.