Flickschusterei heißt jetzt Schlaglochmanagement

„Dankbar“ ist Folke große Deters, Vorsitzender der SPD Rheinbach, für die kurzfristige Ausweisung eines Parkverbotes in der Neugartenstraße Ecke Stadtpark, die er vor kurzem beantragt hatte. Parkende Autos hatten zum Beispiel die Schulbusse beim Abbiegen behindert und waren deshalb gerade morgens eine akute Gefahrenquelle. Wenig Verständnis hat große Deters für die jüngst öffentlich geäußerte Kritik der CDU an seinem Antrag: „Wenn es stimmen sollte, dass das Parkverbot schon im Rahmen des Schulwegesicherungskonzept beschlossen wurde, warum ist dann in diesem Bereich monatelang nichts passiert und die Verwaltung erst auf meinen Antrag hin aktiv geworden“, fragt er. Ferner wies er die Aussage, die SPD habe „vehement gegen das Schulwegesicherungskonzept gestimmt“, als „irreführend“ zurück. „Das Schulwegesicherungskonzept speist sich aus vielen kreativen Ideen aus Bürgerschaft und Politik und nicht zuletzt aus der SPD-Fraktion. Vieles davon haben wir ausdrücklich begrüßt, nur die unrealistischen Großprojekte abgelehnt. Umfangreiche Ausbauprojekte gehen nicht, wenn man noch nicht mal die bestehenden Straßen instand setzen kann“, verwies große Deters auf den jüngsten Lagebericht des Bürgermeisters. Dort hatte dieser eingeräumt, dass die Stadt nur einen Bruchteil der Summe aufbringen kann, die eigentlich zum Erhalt des Straßennetzes notwendig wäre:„Was man früher als Flickschusterei bezeichnet hätte, heißt jetzt in der aktuellen Verwaltungsvorlage selbstironisch „Schlaglochmanagement“. Es ist ein großer Skandal, dass unsere Infrastruktur sichtbar verfällt. Dem können wir nur entgegenwirken, indem wir unsere Investitionen auf Erhaltungsmaßnahmen konzentrieren“, erläuterte der Rheinbacher SPD-Vorsitzende. „Die Löcher in den Straßen sind sichtbares Beispiel für die verfehlte Finanzpolitik der letzten Jahre.“