Für eine bürger- und kundenfreundliche Schutzzone Altstadt

„Es wird eine Renaissance der, hoffentlich vieler, Innenstädte geben. Die Selektion wird gravierend sein. Es werden nur die Zentren zu den Gewinnern gehören, die spätestens heute die richtigen Weichen stellen.“ Mit diesem Satz beginnt das Kapitel „attraktives Zentrum“ des Stadtentwicklungskonzeptes für Rheinbach. Was die Gutachter meinen: Demographischer Wandel und neue Medien führen zu einem tief greifendem Wandel der Lebens-. und Einkaufsgewohnheiten. Menschen kaufen zunehmend da ein, wo sie sich auch sonst wohl fühlen. Ambiente, Aufenthaltsqualität und Flair gewinnen als Standortfaktoren für den Einzelhandel an Bedeutung.
Wie beruhigend, dass Rheinbach nach Einschätzung der Gutachter hier prinzipiell gut aufgestellt ist: Fraglos ist das historische Stadtzentrum attraktiv. Allerdings wird mit diesem Pfund nach Einschätzung des Gutachtens noch nicht genügend gewuchert: „Der hohe Durchgangsverkehr belastet sie [die Hauptstraße] stark. Die Herausnahme „unnötiger“ Verkehre, die keine Kunden bringen und nur Belastungen darstellen – muss eine Maxime der Zentrumsentwicklung sein.“
Vor diesem Hintergrund erstaunt es etwas, dass der Vorsitzende des Gewerbevereines, Paul Nelles, einer verkehrsberuhigten Hauptstraße nicht einmal eine Chance geben möchte. Dabei zeigen nicht zuletzt die verkaufsoffenen Sonntage, die in hervorragender Weise von seinem Verein organisiert werden, welche Anziehungskraft eine autofreie Schutzzone Altstadt auch über Rheinbach hinaus haben kann. Auch die Erhebungen im Vorfeld des Stadtentwicklungskonzeptes dokumentierten den Bürgerwunsch nach einer verkehrsberuhigten Hauptstraße mit einer Zustimmungsrate von 75 Prozent deutlich.
Klar ist, dass eine Verkehrsberuhigung nur schrittweise erfolgen kann. Jeder einzelne Schritt müsste gründlich evaluiert werden. Nur wenn eine Verkehrsberuhigung den Gewerbetreibenden wirklich nützt (wovon ich fest ausgehe) könnte sie von Dauer sein.