Powerfrauen in der Politik berichten von ihren Erfahrungen

Ulrike Merten, Martina Koch und Bärbel Dieckmann
Ulrike Merten, Martina Koch und Bärbel Dieckmann

Was die Rheinbacher SPD-Bürgermeisterkandidatin Martina Koch noch vorhat, das hat Bärbel Dieckmann schon geschafft: Als erste Frau Bürgermeisterin in ihrer Heimatstadt zu werden. Auch die Bundestagsabgeordnete für Rhein-Sieg, Ulrike Merten (SPD), ist als erste weibliche Vorsitzende des Verteidigungsausschusses eine Pionierin in einer Männerdomäne. „Ich freue mich über die Unterstützung meiner Kandidatur durch zwei so erfahrene Politikerinnen und starke Frauen“, erklärte Martina Koch eingangs und befragte ihre Gäste dann über ihre Erfahrungen als „Vorhut“ des weiblichen Geschlechts in ihren Ämtern. „Als Frau kann ich nicht damit dienen, gedient zu haben“, erklärte Ulrike Merten, warum sie als Verteidigungspolitikerin anfangs misstrauisch beäugt wurde. „Man überzeugt die Leute bei einer solchen Ausgangslage nur durch harte Knochenarbeit und besondere Kompetenz.“ Diese Erfahrung hat auch Bärbel Dieckmann gemacht. Das Klischee einer Frau, die nur nett lächeln, aber nicht führen kann, sei nach 15 Jahren erfolgreicher Arbeit für Bonn und die Region nun endlich für alle sichtbar widerlegt. Klare Worte fanden beide Politikerinnen bei der Diskussion über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Es nervt mich, wenn Frau von der Leyen den Eindruck erweckt, das sei alles einfach zu machen. Selbst das beste Betreuungssystem mit Kindertagsstätte und Tagesmutter kann schnell zusammenbrechen, wenn das Kind morgens mit 40 Grad Fieber aufwacht“, weiß Bärbel Dieckmann. Ulrike Merten erzählte von der Schwierigkeit, der Familie in der Flut der Termine noch gerecht zu werden. „Da braucht es viel Disziplin und Organisationsgeschick. Aber das brauche ich Dir ja nicht zu erklären“, wendet sie sich an Martina Koch, die selber Mutter von drei Söhnen ist. Dennoch sei nach wie vor ein vordringliches Ziel, Strukturen zu schaffen, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichterten.
Alle drei Politikerinnen waren sich einig, dass es sich positiv für die Qualität politischer Entscheidungen auswirke, wenn mehr Frauen beteiligt seien. „Frauen sind keine besseren Menschen“, erklärte Bärbel Dieckmann, „aber sie haben teilweise eine andere Sichtweise auf die Welt als Männer.“ Dem konnte Martina Koch nur zustimmen: „Wir freuen uns daher, dass wir die einzige Partei in Rheinbach sind, die nicht nur eine weibliche Spitzenkandidatin hat, sondern bei der auch viele Frauen auf aussichtsreichen Plätzen kandidieren“, so die SPD-Fraktionsvorsitzende und Bürgermeisterkandidatin abschließend.