„Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam gehen“

vlnr. Folke große Deters (SPD-Vorsitzender Rheinbach), Roswitha Leyendecker-Trier (Leiterin der Integrativen Kindertagesstätte "Rasselbande"), Hans Jürgen Wagner (Landesgeschäftsführer der Lebenshilfe NRW),   Petra Blum-Ariosto (Stellv. SPD-Vorsitzende R
Folke große Deters (SPD-Vorsitzender Rheinbach), Roswitha Leyendecker-Trier (Leiterin der Integrativen Kindertagesstätte "Rasselbande"), Hans Jürgen Wagner (Landesgeschäftsführer der Lebenshilfe NRW), Petra Blum-Ariosto (Stellv. SPD-Vorsitzende Rheinbach)

Mit engagierten Vorträgen machten der Landesgeschäftsführer der Lebenshilfe NRW, Hans-Jürgen Wagner, und die Leiterin der Integrativen Kindertagesstätte „Rasselbande“ in Rheinbach, Roswitha Leyendecker-Trier, Appetit auf inklusive Pädagogik. Der Funke sprang merkbar auch auf die vielen pädagogischen Praktiker/innen über, die der Einladung der SPD Rheinbach zu deren Diskussionsveranstaltung am 15.03.2011 in das Hotel „Eifeltor“ gefolgt waren.

Die inklusive Pädagogik verspricht einen grundsätzlichen Perspektivwechsel in der Bildung, nach dem die Verschiedenheit der Kinder als positiv und „normal“ angesehen wird. Meist wird dieses Konzept nur im Zusammenhang mit der Bildung von Kindern mit geistiger und körperlicher Behinderung diskutiert. Tatsächlich umfasst die inklusive Pädagogik alle Kinder und deren individuellen Förder- und Unterstützungsbedarf, seien es Hochbegabte, Kinder mit sozialer Auffälligkeit oder Kinder, die aufgrund ihres Migrationshintergrundes spezieller Sprachförderung bedürfen.

„Wenn Kinder mit Behinderungen auf Förderschulen weit weg von ihrem Wohnort gehen, ist es kein Wunder, dass sie keine Freunde in der Nachbarschaft haben. Es besteht jedoch seit 2009 durch das UNO-Abkommen die völkerrechtliche Verpflichtung, dass auch diesen Kindern die Chance eröffnet wird, mit ihren Altersgenossen zusammen unterrichtet zu werden“, erklärte Hans-Jürgen Wagner. „Das ist sinnvoll, denn ob jemand als „behindert“ eingestuft wird, ist ohnehin in vielen Fällen eine Frage der Definition. Die Veränderung beginnt im Kopf. Wir dürfen die Menschen nicht auf ihre Behinderungen reduzieren, sondern müssen sie als vollwertige Mitglieder in unsere Gesellschaft einbinden. Ich habe schon erlebt, dass Menschen als der „Herr Rollstuhlfahrer“ begrüßt wurden und ihnen der Zugang zu Lokalen verweigert wurde“, so Wagner weiter.

Roswitha Leyendecker-Trier berichtete aus ihrer 21jährigen praktischen integrativen Arbeit mit behinderten und nicht behinderten Kindern: „Kindergartenkinder gehen schnell und sehr selbstverständlich mit Behinderungen um. Ich begrüße, dass sich der Gesetzgeber auf dem Weg in Richtung inklusive Pädagogik macht.“
Im Verlauf der Diskussion griff die Stellvertretende SPD-Vorsitzende Petra Blum-Ariosto die Anregung auf, dass es eines fundierten kommunalen Sozialraumkonzeptes bedarf, um für den Gedanken der Inklusion zu sensibilisieren und diesen gesellschaftlich zu implementieren. „Hierfür müssen alle pädagogischen Multiplikatoren zusammenarbeiten“, so Blum-Ariosto.

Kindern mit Behinderungen soll so die Möglichkeit der Teilhabe in ihrem direkten Lebensumfeld erleichtert werden, damit auch sie sich ihr soziales Netzwerk innerhalb der Nachbarschaft aufbauen können. Dem läuft noch die derzeitige Praxis entgegen, dass behinderte Kinder weit entfernte Schulen besuchen müssen, da keine Aufnahme an lokalen sog. Regelschulen möglich ist und sich auch die lokalen Sportvereine und Musikschulen häufig diesen Kindern noch verschließen.

Als konkrete Schlussfolgerung aus den Vorträgen für Rheinbach stellten die Stellvertretende SPD-Vorsitzende Petra Blum-Ariosto und der Rheinbacher SPD-Vorsitzende Folke große Deters die Empfehlungen von Hans-Jürgen Wagner heraus: „Alle Beteiligten müssen an einen Tisch. Die Verbesserungen müssen in kleinen und konkreten Schritten kommen. Vieles lässt sich auch ohne Geld in den Kassen verwirklichen.“

Als positives Zeichen werteten beide SPD-Politiker, dass auch Vertreter/innen von CDU und FDP zur Veranstaltung gekommen waren. „Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam beschreiten“, so Folke große Deters abschließend.

vlnr. Folke große Deters (SPD-Vorsitzender Rheinbach), Roswitha Leyendecker-Trier (Leiterin der Integrativen Kindertagesstätte "Rasselbande"), Hans Jürgen Wagner (Landesgeschäftsführer der Lebenshilfe NRW), Petra Blum-Ariosto (Stellv. SPD-Vorsitzende Rheinbach)