Jürgen Nimptsch: Jeder einzelne Schüler ist wichtig

Diskussion mit OB Nimptsch
Diskussion mit OB Nimptsch

Über 50 Gäste waren der Einladung der Rheinbacher SPD gefolgt, um vom ehemaligen Schulleiter und jetzigen Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch aus erster Hand zu erfahren, wie längeres gemeinsames Lernen und mehr individuelle Förderung in der Praxis funktionieren kann. „Unsere Schule nimmt jede Schülerin und jeden Schüler wie er oder sie ist, und arbeitet dann darauf hin, dass jede und jeder aus den eigenen Anlagen das Beste machen kann“, beschreibt Jürgen Nimptsch das Konzept „seiner“ integrativen Gesamtschule Bonn-Beuel. Plakativer wird dieser Gedanke in der Schulhymne ausgedrückt: „Eines ist richtig – jeder ist wichtig!“ Sichtlich berührt erzählte Jürgen Nimptsch, dass seine Schüler/innen diese Hymne auf der Rückfahrt von der Verleihung des deutschen Schulpreises im Bus spontan gesungen hätten: „Das lag weniger an dem Lied, sondern daran, dass sie diese Idee in ihrem Herzen tragen“, glaubt er.

Kein Abitur „zweiter Klasse“

Das gemeinsame Lernen von ganz unterschiedlichen Schülerinnen und Schülern – teilweise auch Menschen mit Behinderungen – fördere Teamfähigkeit und soziale Kompetenz, so Nimptsch weiter. Mit Entschiedenheit wies er das oft verbreitete Vorurteil vom „Abitur zweiter Klasse“ an der Gesamtschule zurück. „Ich freue mich, dass es zentrale Abschlussprüfungen gibt. Da kann jeder nachlesen, dass es nicht so ist.“
Einig waren sich Jürgen Nimptsch und der Rheinbacher SPD-Vorsitzende Folke große Deters, dass der Elternwille nicht übergangen werden dürfe.

Längeres gemeinsames Lernen statt früher Auslese

„Wir wissen, dass sich viele Eltern in Rheinbach das Gymnasium wünschen“, so Folke große Deters weiter. „Wir wollen aber auch ein Angebot haben, dass neben Real- und Hauptschulabschluss auch ein Abitur nach 9 Jahren anbietet und außerdem auf längeres gemeinsames Lernen statt auf frühe Auslese nach der vierten Klasse setzt.“ Die SPD wolle alle Beteiligten auf diesem Weg mitnehmen und sie von dieser Lösung überzeugen, die mittlerweile selbst von CDU und FDP mitgetragen werde. Folke große Deters stellte aber klar, dass nichts gegen den Elternwillen geschehen könne: „Wir müssen genügend Anmeldungen zusammen kommen, damit eine neue Schule gegründet werden kann.“