RB 23 und kein Ende

SPD-Ratsfrau Ute Krupp
SPD-Kreitagsabgeordnete Ute Krupp

Auf Antrag der SPD-Kreistagsfraktion befasste sich der Planungs- und Verkehrsausschuss des Rhein-Sieg-Kreistages vergangenen Dienstag eingehend mit der seit langem immer wieder problematischen Situation der RB 23, die als Voreifel-Bahn zwischen Bonn und Euskirchen verkehrt. Die Rheinbacher SPD-Kreistagsabgeordnete Ute Krupp und ihr Meckenheimer Kollege Werner Albrecht forderten die Teilnahme der Vertreter des Auftraggebers, dem Nahverkehr Rheinland (NVR), und des Auftragnehmers, der DB Regio NRW, den Ausschussmitgliedern Rede und Antwort stehen. Der Pressesprecher der DB Regio NRW Peter Gatzweiler berichtete zu Beginn über die Verbesserungen in den letzten Monaten – so seien die Kinderkrankheiten des neu im Herbst 2011 in Euskirchen in Betrieb genommenen elektronischen Stellwerkes inzwischen abgestellt – und über die hohe Pünktlichkeitsquote der RB 23. Dazu Krupp und Albrecht: „Kaum hatte der DB-Vertreter die hohe Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der RB 23 im Verkehrsausschuss des Rhein-Sieg-Kreises am vergangenen Dienstag gelobt, da zeigte sich an den beiden darauf folgenden Tagen die RB – leider, im Interesse der Fahrgäste – schon wieder von ihrer schlechten Seite durch etliche Verspätungen und Zugausfälle.“
Im Verkehrsausschuss wurden alle bekannten Kritikpunkte Unpünktlichkeit, ausfallende Züge, nicht ausreichende Fahrgastkapazität durch zu kurze Züge, Probleme auf den Bahnhöfen in Meckenheim und in Odendorf, und die mangelnde Informationspolitik der DB ausführlich thematisiert.
"Am schlimmsten ist es für Fahrgäste im Regen zu stehen oder in der Kälte, und nicht zu wissen was los ist" so Ute Krupp. "Da hängen teure elektronische Infosysteme an den Bahnhöfen und liefern keine oder nicht ausreichende Informationen. Ist das eine Leistungserbringung im Sinne des Kunden?" fragt Krupp. Zudem empfiehlt sie dringend allen Fahrgästen, den Blog des General-Anzeigers zu nutzen:
"Bloggen Sie mit auf ‚Abenteuer Eisenbahn‘, die Bahn liest mit, wie der Bahnsprecher am Dienstag mitteilte".
Der Meckenheimer Werner Albrecht forderte nochmals dringend für den Bahnhof in Alt-Meckenheim die Situation für die Kundinnen und Kunden, die nach Euskirchen fahren wollen, so schnell wie möglich zu verbessern. Albrecht: „So gebe es auf dem Gleis nach Euskirchen keinen Fahrkartenautomat und auch keinen Entwerter. Fahrgäste, die einen Fahrschein am Automat auf Gleis 1 gekauft haben, müssten rund 400 Meter zurück legen, um in den Zug nach Euskirchen einsteigen zu können. Hinzu kommt, dass die Schranke am Baumschulweg genau dann geschlossen ist, wenn der Zug von Bonn in Richtung Euskirchen einfährt und man diesen Zug nach Öffnen der Schranke nur erreichen kann, wenn mehrere Fahrgäste einsteigen und man Sprintweltmeister sei. Es spielen sich an der Schranke mitunter gefährliche Szenen ab, die nicht länger hingenommen werden können. Die DB sei aufgefordert, mit kreativen Lösungen – dazu gehöre beispielsweise auch ein Behelfsübergang in Holz über die Gleise oder der Einsatz von Personal auf dem Bahnsteig 3, das bereits entwertete Fahrkarten verkaufe – hier schnell Abhilfe zu schaffen.

Pressesprecher Gatzweiler bestätigte, dass man derzeit unter anderem daran arbeite, eine Behelfsbrücke errichten zu können. Der Geschäftsführer des Auftraggebers NVR Rheinland,Hans-Joachim Sistenich, bestätigte in der Sitzung, dass Zugausfälle und Verspätungen der Bahn teuer zu stehen kommen und der NVR als Auftraggeber weiterhin für Hinweise der Bevölkerung dankbar sei, um die Qualität auf der RB 23 im Interesse der Fahrgäste zu verbessern..