Rheinbacher CDU imitiert Merkel

2001 erkundeten Walter Langer (l) und Martina Koch (r) eine Windkraftanlage
2001 erkundeten Walter Langer (l) und Martina Koch (r) eine Windkraftanlage

Ähnlich wie der Zickzackkurs von Bundeskanzlerin Merkel in der Energiepolitik verhält sich die Rheinbacher CDU auf diesem Sektor. Obwohl Bürgermeister Raetz im Oktober 2001 ankündigte, es werde keinen „Windkraftanlagenver-hinderungsbebauungsplan“ geben, stimmte er mit seiner CDU-Fraktion einem Bebauungsplan für die Konzentrationsflächen solcher Anlagen zwischen Rheinbach und Meckenheim zu, in dem die Rotorspitzenhöhe auf maximal 50 Meter festgelegt wurde. Dies ist eine Einschränkung, die diese regenerative Energieerzeugung für künftige Betreiber von vorne herein unwirtschaftlich machte. Dies war ja auch so beabsichtigt.
SPD wehrt sich
Nun wirft sie der Rheinbacher SPD vor, dass sie die Energiewende verschlafen habe und preist ihr eigenes Engagement. Dies ist nicht nur falsch, sondern auch dreist. Denn offensichtlich hat die CDU komplett vergessen, dass die SPD-Fraktionsvorsitzende Martina Koch am 20. August 2008, also lange vor der Katastrophe am 11. März 2011 in Fukushima, die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes für die Stadt Rheinbach erfolgreich beantragte. Dies ist auf der SPD-Homepage unter „Dokumente/Downloads“ nachzulesen. Dieser SPD-Antrag war somit der Anstoß für die Stadtverwaltung, im März 2010 ein „Handlungskonzept Klimaschutz für die Stadt Rheinbach“ beschließen zu lassen. Wie unverfroren ihre Argumentation zudem noch ist, wird deutlich, wenn die CDU in ihrer Halbjahresbilanz behauptet, dass sie zusammen mit der FDP ein Klimaschutzkonzept angestoßen habe. Einen entsprechenden CDU/FPD-Antrag kenne ich nicht.
Windpark effizienter als Solarpark
Wenn die CDU tatsächlich größere Anreize für die Bürger schaffen will, auf regenerative Energie, also auch auf Windkraft, zu setzen, dann sollte sie sich die Rechnung vor Augen führen, die der Sprecher der Bürgerinitiative Energiewende Rheinbach, Ansgar Tolksdorf, in der letzten Planungsausschusssitzung vortrug. Er wies dort darauf hin, dass der Solarpark im Rheinbacher Industriegebiet eine Größe von 26.000 qm habe und ein Fußballfeld nach FiFA-Norm 7140 qm hat. Das hieße, der Solarpark entspricht der Fläche von ca. dreieinhalb Fußballfeldern. Die Leistung des Solarparks liege laut Generalanzeiger bei 1,85 Megawatt Ein Windrad nach heutigem Standard habe im Vergleich dazu eine Spitzenleistung von 2,50 Megawatt. Man bräuchte also einen Solarpark von fünf Fußballfeldern Größe, um auf die Leistung eines einzelnen Windrades zu kommen. Wenn man dann noch berücksichtige, dass ein Solarpark die Hälfte des Tages keinen Strom liefern könne, weil die Sonne nicht scheint, dann müsste man die Größe des Solarparks noch einmal verdoppeln um die Leistung eines einzigen Windrades zu erreichen.
Dies hieße: Ein Windrad produziert soviel Energie wie zehn Fußballfelder voller Solarpaneele und verbrauche dabei eine Fläche kleiner als der Mittelkreis eines Fußballfeldes.
Ob diese Fakten die CDU/FDP-Fraktionen in Rheinbach überzeugen? Ich bezweifele dies.

Walter Langer
SPD-Ratsherr