Fahrradfeindliche Innenstadt widerspricht nicht nur dem Klimaschutz

Fraktionsvorsitzende Martina Koch
SPD-Fraktionsvorsitzende Martina Koch

Die SPD Fraktion hat mit Erstaunen den Kommentar des Bürgermeisters zur Kritik an der Fahrraduntauglichkeit der Innenstadt gelesen. Herr Raetz spricht davon, dass Fahrradfahrer
keine besonderen Privilegien in Rheinbach haben und die historische Altstadt nicht genügend
Platz bietet. Dem widersprechen wir energisch. Der Platz wäre bei der Neuplanung der Straße „Vor dem Voigtstor“ vorhanden gewesen. Vor der Umgestaltung war ja auch Platz für die Radfahrer. Die schlechte Nutzbarkeit der Straße ist einzig dem Umstand geschuldet, dass CDU und FDP sich mit ihrer Ratsmehrheit über die Einwände der SPD einen Fahrradweg zu bauen, hinweggesetzt haben. So wiederholte sich der Fehler der schon bei der Umgestaltung der Hauptstraße gemacht wurde. „Das Argument des Bürgermeisters, die Fahrradfahrer sollten die ganze Fahrbahnbreite nutzen geht komplett an der Realität vorbei“, kritisiert die Fraktionsvorsitzende der SPD Martina Koch. „Nicht jeder Radfahrer hat die Nerven, sich gegen drängelnde Autofahrer zu behaupten. Wir waren damals, genauso wie heute, der Auffassung, dass solche Fehlentscheidungen mit einem Verkehrskonzept hätten verhindert werden können. Die isolierte Betrachtung einzelner Straßen auf ihre Fahrradtauglichkeit ist nur Flickwerk. Fahrradfahrer erleben auf ihrem Weg durch die Stadt den ständigen Wechsel von ausgewiesenen Radwegen und Straßen auf denen sie offensichtlich unerwünscht sind.
Ein weiterer Missstand besteht seit der Umgestaltung des Bahnüberganges. Hier besteht
immer noch keine klare Verkehrsregelung. „Die Verwaltung hat uns zugesagt, diesen Bereich
bei einem Verkehrstermin von der Polizei bewerten zu lassen. Dies ist inzwischen geschehen
und das Ergebnis war eindeutig. Die Verkehrssituation ist für Fußgänger höchst gefährlich“, erläutert SPD Ratsfrau Birgit Formanski die Situation. Bereits im November letzten Jahres hat sie die Verwaltung auf die Situation aufmerksam gemacht und eine Lösung angemahnt.
„Der Schulweg vieler Grundschüler führt über den Bahnübergang, wir fordern die Verwaltung daher dringend auf, in den Sommerferien eine fußgänger- und radfahrerfreundliche Lösung zu schaffen“, so Birgit Formanski abschließend.