Anreiz für engagierte Schülerinnen und Schüler, sich insbesondere mit der neueren Zeitgeschichte anhand konkreter Rheinbacher Beispiele auseinander zu setzen

In der letzten Sitzung des Ausschusses für Standortförderung, Gewerbe, Wirtschaft, Tourismus und Kultur wurde der Antrag der beiden SPD-Ratsfrauen Ute Krupp und Birgit Formanski, einen Schülerpreis zur Geschichte unserer Stadt auszuloben, einstimmig beschlossen.

Interessierte und engagierte Schülerinnen und Schüler sollen einen Anreiz erhalten, sich mit einzelnen Themen der Rheinbacher Geschichte intensiv auseinander zu setzen. Angesprochen werden sollen Schüler und Schülerinnen aller Schulformen einer bestimmten Altersgruppe. Wie im Antrag vorgeschlagen, wird eine Arbeitsgruppe aus jeweils einem Mitglied der im Rat vertretenen Fraktionen zusammen mit Stadtarchivar Dietmar Pertz und interessierten Lehrern der Rheinbacher Schulen die praktische Durchführung im Zweijahresrhythmus konkretisieren.

Historikerin Birgit Formanski wird die SPD-Fraktion vertreten: „Die Beiträge, die zu den Feierlichkeiten zum 27. Januar, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, von Rheinbacher Schülerinnen und Schülern vorgetragen wurden, zeigen, dass die Behandlung dieses Teils unserer Geschichte Nachdenklichkeit bei der jungen Generation verursacht. Die Honorierung engagierter Ausarbeitungen, die sich mit unserer konkreten Stadtgeschichte befassen, sind damit zugleich eine Erweiterung des Unterrichtes.“
Beide Ratsfrauen verweisen außerdem auf die letzten Monate, in denen deutlich wurde, dass junge Leute sich für die Schicksale der jüdischen Bewohner, die früher hier Nachbarn gewesen waren, sehr interessieren.

Ratsfrau Ute Krupp: „ Ich kann mir sehr gut als erstes zu bearbeitendes Thema die Geschichte der Familie Rolef in Rheinbach vorstellen. Stadtarchivar Pertz hat anlässlich der Buchvorstellung „Ihre Namen werden bleiben! Dokumentation zur Geschichte der Meckenheimer und Rheinbacher Juden und ihrer Friedhöfe“ ein anrührendes Detail zur Familiengeschichte berichtet, das sicher auf großes Interesse stoßen wird. Es handelt sich dabei um die Erinnerung an Selma Rolef, die bis zum Jahre 1932 Mitarbeiterin der Kreisverwaltung Rheinbach gewesen war. Auch die Geschichte der Fremdarbeiter in und um Rheinbach in den letzten Jahren und direkt nach dem zweiten Weltkrieg sind ein herausforderndes Thema“ so Ute Krupp.

Auf Wunsch anderer Fraktionen wurde die Themenauswahl auch auf andere Epochen der Stadtgeschichte ausgeweitet. „Auch in Zeiten von G 8, die Schülerinnen und Schüler aber auch Lehrerkollegien in besonderer Form fordern, ist es wünschenswert, wenn sich alle Rheinbacher weiterführenden Schulen an diesem im Wettbewerb beteiligen“ so Birgit Formanski.
Ute Krupp: „Wir wünschen uns für unsere heutigen Schülerinnen und Schüler Möglichkeiten, sich mit der Unterstützung engagierter Lehrerinnen und Lehrer ihrer Schulen in Projekten mit unserer Geschichte zu befassen. Ich hatte während meiner Schulzeit am städtischen Gymnasium 1976 die Gelegenheit, zusammen mit drei Mitschülern unter Anleitung unseres Lehrers Dr. Horst Mies an einem solchen Schülerwettbewerb teil zu nehmen. Dies war eine nachhaltige und nicht zu missende Erfahrung für uns“ so Ratsfrau Krupp.