Gesamtschule für Rheinbach kurz vor der Gründung

In der Presse geäußerten Gerüchten, dass die Gründung einer Gesamtschule in Rheinbach kurz vor dem Scheitern stünde, treten die Fraktionen von CDU, SPD, UWG, FDP und Bündnis ´90 DIE GRÜNEN entschieden entgegen.
„Das Gegenteil ist richtig. Wir stehen kurz vor dem Ziel!
Nur deshalb, weil noch wenige Anmeldungen insbesondere aus Alfter fehlen, die an Gesamtschulen in Bonn und Bornheim keinen Platz erhalten haben, hat die Bezirksregierung die Verlängerung der Anmeldefrist überhaupt genehmigt. Nach jetzigem Stand gehen wir davon aus, dass wir die Zahl von 100 angemeldeten Schülerinnen und Schülern Anfang nächster Woche überschreiten. Damit ist der Weg frei für die Einrichtung einer Gesamtschule in Rheinbach“, erklärten die Fraktionsvorsitzenden der Ratsfraktionen übereinstimmend.
Nochmals zu den Fakten: Die einstmals mit weit über 700 Schülerinnen und Schülern schülerstärkste Schule in Rheinbach, die Hauptschule, leidet seit Jahren unter dramatisch rückläufigen Schülerzahlen. Sie hatte für das laufende Schuljahr insgesamt nur noch 33 Anmeldungen. Davon kommen gerade einmal 24 aus Rheinbach. Unter den Schülerinnen und Schülern befindet sich eine beträchtliche Anzahl an Kindern mit Förderbedarf. All dies sind deutliche Zeichen für einen Niedergang der einstmals renommierten Schule. Diese bedauerliche Entwicklung unterstreicht auch die Aussage des Schulleiters: „…..es geht nicht mehr um die Frage, ob die Schule von der Bezirksregierung geschlossen wird, es ist vielmehr die Frage wann.“
Mit dem erkennbaren Wegbrechen der Hauptschule gerät die gesamte Schulstruktur Rheinbachs in eine Schieflage.
Potentielle Haupt- und Förderschüler besuchen die Realschule, Realschüler drängen verstärkt zum Gymnasium; denn die Eltern haben das einklagbare Recht, ihre Kinder an der von ihnen gewünschten Schulform – Privatschulen ausgenommen – anzumelden.
Dies führt zwangsläufig zur Absenkung des Leistungsniveaus an beiden Schulen verbunden mit einem Abschulungseffekt vom Gymnasium zur Realschule; dann allerdings als ´Endstation.“

„Das kann nicht im Sinne des Erhalts einer attraktiven und zukunftssicheren Schullandschaft in unserer Stadt sein“, betonten die Ratsfraktionen, „deshalb setzen wir gemeinsam angesichts der vorgenannten Fakten auf ein 2-Säulen-Modell bestehend aus Gymnasien und einer Gesamtschule, die Kinder Raum gibt, sich ohne Druck in einem sozial ausgewogenen Umfeld zu entwickeln; die alle Schülerinnen und Schüler ihrem Leistungsvermögen entsprechend fördert; die, die handwerklich-praktischen Ausbildungsvoraussetzungen ebenso schafft, wie die Vorbereitung zum Abitur nach 9 Jahren; in der Kinder nicht durch Abschulung zu ´Verlierern´ werden; die Eltern vom Schulstress ihrer Kinder entlastet.“

Zahlreiche Neugründungen von Gesamtschulen im Rhein-Sieg-Kreis und zuletzt in der Nachbarstadt Euskirchen sprechen eine deutliche Sprache. Landauf und landab entwickeln sie sich nach oftmals schwierigem Start – wie in Rheinbach – zu blühenden Schulen.
Die zunehmende Zahl der Eltern, die der Gesamtschule ihr Vertrauen schenkt, trifft diese Entscheidung bewusst und sicherlich nicht leichtfertig.
Die inhaltlich falschen und überwiegend emotionalen Argumente der Gesamtschulgegner sind jederzeit zu widerlegen. Sie verfolgen unverantwortlich ein einziges Ziel nämlich, Eltern bei der Schulwahl für ihre Kinder zu verunsichern, ohne ihnen eine schlüssige Alternative anzubieten. Eine Aktion mit möglicherweise fatalen Folgen für die Betroffenen und die Zukunft der Bildungsstadt Rheinbach.