Gesamtschule kurz vor dem Ziel

"Mangelndes Demokratieverständnis" wirft Professor Hillgruber in seinem Leserbrief also der Gesamtschul-Initiative vor, weil diese ihm vorhält, die Rheinbacher Eltern zu verunsichern. Schließlich, so der Sprecher einer relativ kleinen und zunehmend verbissen agierenden Gruppe an Gesamtschulgegnern, dürfe jeder seine Meinung äußern, ohne dass ihm das negativ angekreidet werden sollte.

Das ist sicher richtig. Und dennoch hat die Elterninitiative mit ihrer Kritik Recht. Hillgruber versucht nämlich – wie schon vor zwei Jahren – die Legitimität der Gesamtschul-Gründung dadurch zu beschädigen, in dem er einen vermeintlichen Rechtsbruch nach dem anderen "aufdeckt". Nun ist weithin bekannt, dass es mindestens so viele Rechtsauffassungen auf dieser Welt gibt wie Rechtsgelehrte ("2 Juristen, 3 Meinungen"). Zur Wahrhaftigkeit würde dann allerdings auch gehören, einzugestehen, dass sich die bisweilen eigenwilligen Privatmeinungen des Rechtsgelehrten Hillgruber mitnichten mit der Auffassung der Rechtsprechung und der ständigen – nicht beantstandeten – Rechtspraxis bei der Schulaufsicht decken. Vor 2 Jahren, als Hillgruber mit großem Getöse das Anmeldeverfahren vor dem Verwaltungsgericht stoppen wollte, endete die Sache wie das berühmte Hornberger Schießen. In keinem Punkt gab das Gericht dem Professor auch nur im Ansatz Recht. Vielmehr wurde dem Rat der Stadt Rheinbach bescheinigt, rechtmäßig gehandelt zu haben. Mit der Pressearbeit im Vorfeld hatte Hillgruber aber erreicht, was er erreichen wollte: interessierte Eltern zu verunsichern und von der Anmeldung abzuhalten!

Das dürfte ihm dieses Mal nicht gelingen, weil insbesondere die Gesamtschulinitiative unermüdlich Aufklärungsarbeit leistet. Die Politik hat allen Anlass, dankbar zu sein, dass dieses Mal so viele engagierte Eltern mithelfen, dass auch in Rheinbach die Gesamtschul-Gründung gelingt. Wir stehen ganz kurz davor, dieses wichtige Ziel für Rheinbach zu erreichen!
Folke große Deters, Vorsitzender der SPD Rheinbach, Ratsherr und Mitglied des Schulausschusses