Chaotische Weilerweg-Instandsetzung

Nach Bauarbeiten am Weilerweg, die nun schon seit sechs Monaten andauern, liegen bei dem ein oder anderen Anlieger die Nerven blank. Man könnte diese Strassensanierung auch als Pleiten-, Pech,- und Pannenprojekt bezeichnen. Mit Lärm und Dreck muss man rechnen und das war auch soweit in Ordnung, aber insgesamt war die Sanierung eine Zumutung. Insolvenz, Sommerurlaub und manchmal auch eine spärliche Besetzung der Baumannschaft, führten zu einer längeren Verzögerung der Bauarbeiten. Anstatt einmal aufzureißen und alle Rohre zu legen, wurde nach der ersten Verlegung erst wieder zugeschüttet und dann für die nächsten Rohre wieder aufgebuddelt. Der Weilerweg war in der Bauzeit die beste Mountainbikestrecke, die Rheinbach zu bieten hatte. Für die Anwohner bedeutete diese allerdings, dass sie nur unter Gefährdung ihrer Autos ihre Häuser erreichen konnten. Ständig drohte das Aufsetzen mit der Karosserie, was auch leider gelegentlich passiert ist.
In den letzen Wochen konnte dann überhaupt niemand mehr mit dem Auto zu den Einfahrten gelangen. Gerade für ältere Menschen und Eltern mit kleinen Kindern, die schon eher darauf angewiesen sind, mit dem Einkauf oder Maxi Cosy nah an das Haus zu kommen, eine Zumutung.
Da die Wasseranschlüsse auch gerne mal etwas aus der Strasse herausschauten, waren sie gerne Opfer der Baufahrzeuge. Da die Bürgersteige nun höher liegen, als die alten, sind nun auch die Einfahrten der Anwohner nicht mehr passend und konnten mithilfe des
Bauteams entweder angepasst werden oder müssen dem Höhenunterschied weiter trotzen. Warum konnten sie nicht die gleiche Höhe wie vorher haben? Der neue Bürgersteig auf einer Seite der Strasse ist wirklich
hübsch anzusehen, und so kam es dann den Anwohnern der anderen Seite des Weilerweges wie ein Schlag ins Gesicht vor, dass auf ihrer Seite nichts gemacht werden sollte. Erst Anrufe dieser Anwohner haben dazu geführt, dass nun auch ihre Seite einen homogenen kleinen Bürgersteig bekommt. Geplante Verkehrsinseln wurden angelegt, für zu groß befunden und dann wieder rückgebaut. Hat da niemand vorher einen Blick darauf geworfen.
Kurz bevor nun die Asphaltdecke kommen soll, ist dann doch noch rechtzeitig aufgefallen, dass man fünf Zuleitungen zu den Gullis vergessen hatte. Also wieder aufbuddeln, wo alles schon fertig sein sollte.
Wir freuen uns, dass unser Weilerweg bald eine schöne Strasse sein wird, aber wir wünschen keinem anderen Anwohner einer künftig zur Sanierung
anstehenden Straße so ein Chaos, wie es hier vorzufinden war. Stoff genug für eine Satire bietet das Projekt Weilerweg auf jeden Fall und wir hätten auch alle gelacht, wenn wir uns nicht, täglich aufs Neue kopfschüttelnd, mittendrin in diesem Wahnsinn befunden hätten. Ich hoffe, dass die Stadt Rheinbach aus diesem Projekt ihre Lehren ziehen wird.

Andrea Kaminski