Bewegende Geschichte einer jüdischen Familie im Rheinland

Besucher der Klaber-Ausstellung

Die Ausstellung über die jüdische Familie Klaber endete im Foyer des Rheinbacher Rathauses am 30. April. Sie gab Einblicke in das jüdische Leben während der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Die Ausstellung zeigte auch Dokumente über Clementine und Hermann Klaber, die in Rheinbach gelebt haben. Hermann Klaber war Sozialdemokrat, der noch nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten am 12. März 1933 auf der Liste der SPD für die Rheinbacher Stadtverordnetenversammlung kandidiert hat. Die SPD erhielt nur einen Sitz und Hermann Klaber war nicht gewählt. Bei der Kreistagswahl erhielt die SPD zwei Sitze, einer davon gehörte Hermann Klaber, der auf dem zweiten Platz der SPD-Liste kandidiert hatte. Doch schon am 23. März 1933 teilte er dem Landrat mit, dass er sein Kreistagsmandat nicht annehmen werde.

Rheinbacher Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten nutzten die Gelegenheit, sich unter fachlicher Orientierung durch Astrid Mehmel, Leiterin der Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus, durch die Ausstellung führen zu lassen. „Es ist eine beeindruckende und zugleich bewegende Schau, die das Leben der Familie Klaber im Rheinland dokumentiert“, so das übereinstimmende Fazit der Ausstellungsbesucher. Die Ausstellung hat einen Bogen von der Kindheit, über die Jugend, die Schulzeit, die NS-Zeit, die Schoa bis hin zur Flucht einzelner Familienangehöriger geschlagen. Clementine und Hermann Klaber wurden 1941 in das Ghetto Litzmannstadt (Lodz) deportiert und im Mai 1942 im Vernichtungslager Kulmhof (Chelmno) ermordet.

„Clementine und Hermann Klaber warten mit weiteren 34 ermordeten Rheinbacher jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern noch immer darauf, dass an ihr Leben erinnert wird, indem vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in den Bürgersteig eingelassen werden. Clementine und Hermann Klaber wohnten in der Rheinbacher Hauptstraße. Inzwischen liegen STOLPERSTEINE in über 500 Orten Deutschlands und in mehreren Ländern Europas – nur nicht in Rheinbach“, so der Rheinbacher SPD-Vorsitzende Dietmar Danz abschließend.