Vorschläge für ein sicheres Radfahren in Rheinbach

Unbefriedigende Verkehrsituation für Radfahrer

Auf Einladung des ADFC Rheinbach informierten sich Mitglieder der SPD-Ratsfraktion über das Radfahrkonzept, das der Rheinbacher Fahrradclub erarbeitet und im Rahmen der aktuellen Diskussion zum Masterplan Innenstadt vorgestellt hat. Prof. Klaas de Boer und Dr. Georg Wilmers von der ADFC-Ortsgruppe Rheinbach erläuterten den SPD-Ratsmitgliedern Dietmar Danz, Birgit Formanski und Michael Rohloff die vorgeschlagenen Durchgangsrouten für den Radverkehr, die Routen für den Einkaufsverkehr und für den Schülerverkehr. Teile der Routen wurden mit dem Rad getestet, konkrete Verbesserungsvorschläge in Augenschein genommen.

„Es ist bemerkenswert, dass es abseits der stark befahrenen Durchgangsstraßen viele Straße und Wege gibt, die sich mit dem Rad sehr gut befahren lassen, ohne dass der Autoverkehr dort verdrängt werden müsste“, beschreibt Dietmar Danz, Stellv. Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, seine Eindrücke bei der Radtour. „Dies gilt beispielsweise für Teile der Schweigelstraße, die Langgasse und die Straße Kallenturm in der Altstadt, die heute nur als Einbahnstraßen befahrbar sind.“ Diese Einbahnstraßenregelung gilt derzeit auch für den Radverkehr, obwohl der Kallenturm Teil einer offiziellen Radroute ist. „Der Vorschlag des ADFC, diese Straßen als Teil einer Nord-Süd-Durchgangsroute zu Fahrradstraßen umzuwidmen, ist sehr überlegenswert. Es ist vorstellbar, dass diese Straßen vom Autoverkehr weiterhin nur in eine Richtung befahren werden dürfen, von den dort dann aber bevorrechtigten Radfahrerinnen und Radfahrern zukünftig in beide Richtungen genutzt werden können“, so Dietmar Danz weiter. Eine Ausweisung der Straße am Kallenturm als Fahrradstraße würde auch die Engstelle neben der Martinskirche entschärfen. Jedem Autofahrer, der dort in eine Fahrradstraße hineinfährt, wäre sofort klar, dass er auf Radfahrerinnen und Radfahrer achten muss. Die wenigen Parkplätze an der Kirche hinter der Engstelle wären dennoch für den Autoverkehr weiterhin erreichbar.

„Der Hinweis auf Radfahrerinnen und Radfahrer würde dort zusätzlich verstärkt, wenn – wie es der ADFC anregt – die Radwegeführung vom Kallenturm in einem Schwenk auf dem Platz in Richtung Kirche und dann über die Hauptstraße in die Bachstraße sichtbar markiert würde“, so Birgit Formanski, SPD-Ratsfrau im Ausschuss für Umwelt, Planung und Verkehr. „In Gegenrichtung könnte die Markierung von der Bachstraße über die Hauptstraße in den Kallenturm hinein aufgebracht werden.“ Bei späteren Diskussionen und Entscheidungen in den Ratsgremien sollten diese Überlegungen berücksichtigt werden.

Weitere Besichtigungspunkte bei der Radtour durch Rheinbach waren außerdem die Schumannstraße, für die der ADFC eine streckenweise Einbahnstraßenregelung für den Autoverkehr vorschlägt, um vor allem die Situation am Ausgang der Grundschule Sürster Weg zu beruhigen, aber auch die Zu- und Abfahrt des Radverkehrs zu den Einkaufsmärkten am Euskirchener Weg und der Aachener Straße zu erleichtern.

„Besonders kritisch ist für Radfahrerinnen und Radfahrer die schwierige Kreuzungssituation am Kreisel Münstereifeler Straße / Aachener Straße / Vor dem Dreeser Tor. Hier ist es dem Radverkehr heute aufgrund des Kreisels nicht möglich, von der Münstereifeler Straße geradeaus in die Bahnhofstraße durchzufahren. Radfahrerinnen und Radfahrer müssen Absteigen und den Zebrastreifen Vor dem Dreeser Tor nutzen“, so Michael Rohloff, SPD-Ratsherr aus Wormersdorf. Hierfür präsentierte der ADFC keine Lösung, sondern regte an, einen Verkehrsplaner beauftragen, Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

„Es ist insgesamt sehr bemerkenswert, mit wie viel Ideenreichtum und großer Mühe der ADFC das Radverkehrskonzept erarbeitet hat. Mit den vielen konkreten Vorschlägen des Konzeptes liegt eine gute Grundlage für Entscheidungen zur Verbesserung der Radverkehrssituation in der Rheinbacher Kernstadt auf dem Tisch“, so Dietmar Danz, Birgit Formanski und Michael Rohloff abschließend.