Massiver Unterrichtsausfall in NRW: Auch Rheinbach und Bornheim stark betroffen

Bild: Martina Koch

Die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zeigt, wie massiv der Unterrichtsausfall an vielen Schulen in NRW ist. Trauriger Spitzenreiter der Gesamtschulen im linksrheinischen Kreisgebiet ist zum Beispiel die Rheinbacher Gesamtschule, hier sind 9,1% des Unterrichts im Schuljahr 2018/2019 ersatzlos ausgefallen. Dazu Landtagskandidatin Anna Peters: „Die Unterrichtsgarantie der Landesregierung ist gescheitert. Die Schulen müssen endlich personell besser ausgestattet werden.“

Viele Schulen im Vorgebirge und der Voreifel leiden unter massivem Unterrichtsausfall. So zeigt es die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage. Das Schulministerium hat auf Anfrage der SPD eine Aufstellung zum Ausfall von Stunden herausgegeben, die auf einer flächendeckenden Erhebung basiert. An der GG Nikolaus-Schule in Waldorf sind im Schuljahr 2018/19 demnach beispielsweise 4,3 Prozent der Stunden ersatzlos ausgefallen, ähnlich hoch sind die Zahlen für die Grundschulen in Walberberg und Bornheim mit 4,0 Prozent. An der Grundschule in Rheinbach-Wormersdorf sind es gar 4,9%.

Insgesamt sind in NRW im Schuljahr 2018/2019 etwa 3,3 Millionen Unterrichtsstunden ausgefallen. Für das Schuljahr 2019/2020 liegen die Daten aufgrund der Corona-Pandemie nur unvollständig vor.

„Die Zahlen zeigen: Die Schwarz-Gelbe Landesregierung ist mit dem Versprechen einer Unterrichtsgarantie kläglich gescheitert“; sagt die Bornheimer SPD-Vorsitzende und Landtagskandidatin Anna Peters: „Es reicht eben nicht, den Unterrichtsausfall mit einem aufwendigen Verfahren, für das sogar zusätzliches Personal in den Schulen gebunden wird, nur zu messen. Man muss auch was dagegen tun.“

Besonders auffällig sei in der Erhebung die ungleiche Belastung der Schulformen, sagt Anna Peters. Haupt-, Real- und Gesamtschulen hätten in NRW häufig einen weitaus höheren Ausfall an Schulstunden zu beklagen als die Gymnasien. Auch hier in der Region zeigen sich solche Diskrepanzen vor allem zwischen Gymnasien und Gesamtschulen. So fiel an der Rheinbacher Gesamtschule 9,1% des Unterrichts aus und an der Bornheimer Europaschule 5,9%. Am Bornheimer Alexander-von-Humboldt-Gymnasium waren es vergleichsweise nur 1,7 Prozent der Stunden.

Für Anna Peters ist die Erhebung daher ein eindeutiges Indiz dafür, dass NRW umgehend einen echten schulscharfen Sozialindex benötigt. „Dieser zeigt anhand eindeutiger Indikatoren, wo Geld, Lehrkräfte und multiprofessionelle Teams am dringendsten gebraucht werden“, sagt Peters: „Denn Kinder mit größeren Bildungsnachteilen brauchen mehr individuelle Förderung.“

Darüber hinaus macht sich die SPD in Nordrhein-Westfalen für die Einführung der Entgeltstufe A13 als gleiches Einstiegsgehalt für Lehrkräfte aller Schulformen stark. „Eine Grundschullehrerin verdient aktuell zum Berufseinstieg etwa 640 Euro weniger pro Monat als ihre Kollegin am Gymnasium. Das ist ungerecht und macht andere Schulformen im Vergleich zu Gymnasien unattraktiv“, so Peters. Die Regierung in Düsseldorf lehnt den Vorstoß für eine Anpassung der Gehälter bislang allerdings ab.

„Wir werben für einen echten Neustart in der Bildungspolitik von Nordrhein-Westfalen. Wir müssen das System neu aufstellen. Davon profitieren die Schülerinnen und Schüler auch hier vor Ort, ist Anna Peters überzeugt. Dazu gehöre neben einer massiven Personaloffensive auch eine Überprüfung der Bildungsinhalte durch eine Expertenkommission sowie ein New Deal für eine zukunftssichere Finanzierung des Bildungssystems. „Wir brauchen neue Verabredungen darüber, welchen Beitrag die verschiedenen Ebenen – und auch der Bund – dauerhaft für die Bildung in unserem Land leisten sollen“, sagt Peters. „Es geht darum, alle Kraft darauf zu konzentrieren, dass jedes Kind einen Schulabschluss erhält, mit dem es anschließend eine qualifizierte Berufsausbildung machen kann.“